Handschuhe zum Werken?

In unseren Werkkursen kommen manchmal Kinder gut vorbereitet in voller Arbeitsmontur, ausgestattet mit Schutzbrille, Arbeitshose und Handschuhen, bereit los zuwerken. Wir freuen uns immer über so viel Enthusiasmus, besonders wenn die Kinder und Eltern erzählen, dass sie sich schon seit Tagen auf das Werken freuen. Dann tut es uns häufig schon etwas Leid, zu erklären, dass man ohne einer umfangreichen Schutzausrüstung das Werken besser und auch sicherer erlernen kann. Denn häufig sind Handschuhe und Schutzbrille einfach störend und im Weg.

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Feilen eines groben Holzklotzes mit Arbeitshandschuhen

Für viele Eltern ist das Thema Arbeitssicherheit, verständlicherweise ein großes Thema. Besonders Handschuhe sollen Ihr Kind vor Verletzungen schützen. Auch für uns steht die Sicherheit der Kinder beim Holzwerken an obester Stelle. Dazu gehört ein aufgeräumter Arbeitsplatz, sicheres Einspannen der Werkstücke und ein gesunder Respekt, aber keine Angst vor dem Werkzeug. Wenn man beim Arbeiten aufmerksam bleibt, verletzt man sich auch nicht. Die häufigsten Verletzungen entstehen durch Ablenkung oder wenn man „nur mal eben schnell“ noch etwas fertigmachen möchte.

 

Vom Tragen von Handschuhen raten wir generell erst einmal ab. Gerade Anfänger brauchen Zeit um ein Gespür für das Werkzeug und material zu bekommen. Holzwerken ist ein ganzheitliches Erlebnis und das Fühlen gehört einfach dazu. Eine Säge lässt sich ohne Handschuh viel sicherer führen als mit einem noch dazu dicken und klobigen Handschuh. Es fehlt einfach die Feinmotorik. Auch das Gefühl für das Material, die rauhe oder glatte, weiche oder harte, warme oder kalte Oberfläche lässt sich mit einem Handschuh nicht oder nur sehr schlecht ertasten und spüren.

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Ein verletzter Vater wird getröstet.

Kleinere Ratscher gehören zum Arbeiten dazu und eine kleine Verletzung ist auch irgendwo eine hilfreiche Erfahrung. So lernt man als Kind bereits Respekt aber auch Anerkennung für die eigenen Fähigkeiten kennen. Kinder verstehen, dass das Werkzeug scharf ist, es kann ja schließlich Holz formen. Diese Erfahrung ist auch im späteren Erwachsenenleben und beim Hantieren mit vielleicht dann viel größeren und elektrischen Werkzeugen sehr hilfreich.

 

Wenn Handschuhe getragen werden, dann sollten sie so wenig stören wie möglich. Eine Variante wäre nur einen Handschuh zu tragen und zwar mit der Hand, die nicht das Werkzeug führt. Zu empfehlen sind feinmechaniker Handschuhe, die ein gewisses Maß an Gefühl für die Arbeit und die Werkstoffe lassen. Mit eng anliegende Stoffhandschuhe mit gummierten Handflächen und Fingern lässt sich zumindest etwas fühlen. Bei Schleifarbeiten oder auch beim Raspeln und Schleifen können Handschuhe ebenfalls die Hände vor Ratschern schützen.

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Ein grober Bauhandschuh – für feine Holzarbeiten nicht geeignet.

Baustellenhandschuhe aus Leder sind für sehr grobe Werkstoffe, und Arbeiten mit scharfen Kanten und schneidenden Materialien wie Bauschutt und Metallteile. Diese Handschuhe eignen sich im Garten, zum Tragen von rauhem und nassem Holz und zum Baustelle spielen. Zum Holzwerken sind sie besonders für Kinder nicht zu empfehlen.

 

Zusammenfassend sind Handschuhe ein schönes Werkaccessoire und hilfreich als Schutz vor groben Splittern zum Beispiel beim Schleifen, sollten aber bei feinmotorischen Arbeiten nicht oder nur an einer Hand getragen werden.

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